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26. Juni 2026
Copilot Cowork startet weltweit: Microsofts agentenbasierter KI-Helfer für Microsoft 365
Nach einer rund dreimonatigen Testphase ist Copilot Cowork jetzt weltweit für alle Microsoft-365-Kunden verfügbar. Microsoft positioniert Cowork dabei nicht als klassischen Chatbot, der vor allem Textvorschläge liefert, sondern als agentenbasierten Helfer, der komplette Aufgaben eigenständig über mehrere Anwendungen hinweg abarbeitet – von der Datenanalyse bis zur fertig aufbereiteten Vertriebsliste.
Laut Microsoft nutzen bereits mehr als die Hälfte der Fortune-500-Unternehmen Copilot Cowork. Zu den genannten Anwendern zählen unter anderem Accenture, Capital Group und Zurich Insurance. Der zentrale Unterschied zu einem herkömmlichen Assistenzsystem: Cowork soll auch komplexe, länger laufende Prozesse selbstständig durchführen und am Ende ein verwertbares Ergebnis liefern – nicht nur einen Entwurf. Als Beispiel nennt Microsoft einen Anwendungsfall, bei dem ein Team fast 4000 Dateien zwischen zwei Produktversionen verglichen hat – eine Aufgabe, die sonst mehrere Wochen beansprucht hätte.
So soll Cowork funktionieren: Fünf Bausteine für Tempo und Kontrolle
Microsoft hebt mehrere technische und organisatorische Elemente hervor, die Copilot Cowork von anderen Angeboten abgrenzen sollen:
Erstens sorgt Cloud-Hosting dafür, dass Aufgaben weiterlaufen können, auch wenn der eigene Rechner gerade nicht aktiv ist. Zweitens bindet eine Kontext-Engine namens „Work IQ“ die realen Unternehmenssysteme ein, damit der Agent nicht im luftleeren Raum arbeitet, sondern auf den relevanten Kontext zugreifen kann. Drittens setzt Microsoft auf strikte Sicherheitskontrollen, die Cowork innerhalb der Microsoft-365-Vertrauensgrenze verankern sollen. Viertens kommt ein Multi-Modell-Ansatz zum Einsatz, bei dem je nach Aufgabe das passende KI-Modell gewählt wird. Fünftens verspricht Microsoft eine sehr granulare, ressourcenorientierte Abrechnung, bei der nur tatsächlich genutzte Kapazitäten berechnet werden.
Aktuell laufen Cowork-Aufgaben laut Bericht auf Modellen von Anthropic, konkret Opus 4.8 und Sonnet 4.6. Kunden im Frontier-Programm können zusätzlich GPT 5.5 nutzen. In den kommenden Wochen soll außerdem ein speziell nachtrainiertes Modell namens „Cowork 1“ ergänzt werden, das vor allem Routineaufgaben günstiger abwickeln soll.
Microsoft verweist zudem auf eine interne Auswertung mit 125 Testläufen auf Basis von Opus 4.8. Demnach sei Copilot Cowork im Schnitt 30 bis 40 Prozent günstiger gewesen als eine Vergleichslösung („Claude Cowork“) in Kombination mit einem Microsoft-365-Connector. Eine unabhängige Bestätigung dieser Zahlen liegt bislang nicht vor.
Preismodell: Lizenz plus nutzungsbasierte Credits
Für die Nutzung von Copilot Cowork ist zunächst eine Microsoft-365-Copilot-User-Subscription-Lizenz erforderlich. Die eigentliche Nutzung wird anschließend über sogenannte Copilot Credits abgerechnet.
In die Kosten pro Aufgabe fließen mehrere Faktoren ein, darunter Modellnutzung, Kontextabrufe, Tool-Aufrufe und Laufzeit. Microsoft unterscheidet Aufgaben grob nach Umfang (leicht, mittel, umfangreich) und nennt zusätzlich vier typische Nutzerprofile mit unterschiedlichem Aufgabenmix, um Unternehmen die Budgetplanung zu erleichtern.
Die Abrechnung startet ab sofort. Mandanten, die zwischen dem 30. März und dem 16. Juni mindestens einen Frontier-Nutzer hatten, erhalten allerdings eine Übergangsregelung und zahlen erst ab dem 1. Juli 2026.
Mehr Transparenz und Steuerung: Neue Optionen für Admins
Auch der Einstieg soll einfacher werden: In der Microsoft-365-Copilot-App führt ein eigener Schalter direkt in die vollständige Cowork-Umgebung.
Für Unternehmen zentral ist das Thema Kostenkontrolle. Microsoft erweitert den Dienst deshalb um Funktionen für Kostenmanagement: Administratoren können Cowork gezielt freischalten, Ausgabenlimits auf Mandanten-, Gruppen- und Benutzerebene setzen und Schwellenwerte definieren, bei denen Warnmeldungen ausgelöst werden. Gleichzeitig können Nutzer bei Bedarf zusätzliche Credits anfordern.
Für mehr Transparenz sind Nutzungsberichte vorgesehen; außerdem sollen demnächst aufgabenbezogene Preisangaben in Echtzeit verfügbar werden. Zur Abrechnung nennt Microsoft ein Pay-as-you-go-Modell mit 0,01 US-Dollar pro Credit, ein vergünstigtes Vorab-Kontingent namens P3 sowie für Frontier-Kunden einen „Model Picker“, um das verwendete KI-Modell gezielt auszuwählen.
Zusätzlich erweitert Microsoft das Ökosystem rund um Cowork: Neu sind neun Partner-Plugins, unter anderem von Miro, Monday.com und S&P Global Energy. Außerdem gibt es einen experimentellen Internetzugriff über den Edge-Browser sowie eine tiefere Anbindung an Microsoft-365-Sicherheitsfunktionen wie Auditprotokolle, DSPM und eDiscovery.
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