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28. Mai 2026
Google I/O 2026: Gemini Omni Flash und die neue „agentische“ Suche im KI-Großupdate
Google hat auf der I/O 2026 ein umfangreiches KI-Update präsentiert. Im Mittelpunkt stehen zwei Neuerungen: das Videomodell Gemini Omni Flash und ein tiefgreifendes Upgrade der Google Suche. Die gemeinsame Idee dahinter: Inhalte aus unterschiedlichen Quellen (Text, Bild, Video, Audio oder sogar Browser-Kontext) sollen sich einfacher in verwertbare, kontextbewusste Ergebnisse verwandeln lassen – ohne dass Nutzer sich erst durch komplexe Tools arbeiten müssen.
Google unterstreicht das wachsende Interesse an KI-Suche mit einer konkreten Zahl: Schon einen Monat nach dem Start des KI-Modus sollen ihn rund eine Milliarde Menschen monatlich genutzt haben. Außerdem habe sich die Anzahl der Suchanfragen seitdem quartalsweise verdoppelt.
Videos per Sprachbefehl bearbeiten: Gemini Omni Flash
Für die meisten Diskussionen dürfte Gemini Omni Flash sorgen. Es ist das erste Modell aus Googles neuer „Omni“-Familie und verarbeitet verschiedene Eingabeformen gemeinsam – also Bild, Text, Audio und Video – um daraus Videoinhalte zu erzeugen.
Besonders spannend ist die iterative Bearbeitung per Sprache: Statt einen Clip umständlich in Einzelschritten zu schneiden, können Nutzer in natürlicher Sprache Änderungen anfordern, die aufeinander aufbauen. Entscheidend dabei: Der Kontext der Szene soll erhalten bleiben, auch wenn mehrere Anpassungen nacheinander erfolgen.
Google betont zudem, das Modell habe ein gutes Verständnis grundlegender physikalischer Zusammenhänge wie Schwerkraft oder Flüssigkeitsdynamik. Ebenso soll es Charaktere konsistent darstellen können, damit Figuren nicht „springen“ oder sich ungewollt verändern.
Verfügbar ist Omni Flash laut Google ab sofort für Abonnenten von Google AI Plus, Pro und Ultra – sowohl über die Gemini App als auch über Google Flow. Für Nutzer von YouTube Shorts und YouTube Create ist die Funktion diese Woche kostenlos freigeschaltet. Ein API-Zugang für Entwickler soll in den kommenden Wochen folgen.
Eine Avatar-Funktion, mit der digitale Abbilder der eigenen Person erstellt werden können, bleibt in Europa vorerst deaktiviert. Außerdem versieht Google generierte Videos automatisch mit dem unsichtbaren Wasserzeichen SynthID.
Die Suche wird „agentisch“: intelligenteres Suchfeld und Informationsagenten
Auch in der Suche dreht Google deutlich auf und spricht vom größten Upgrade des Suchfelds seit über 25 Jahren. Kernstück ist ein intelligenteres Suchfeld, das Absichten früh erkennen und passende Formulierungen vorschlagen soll. Zudem akzeptiert die Suche künftig deutlich mehr Eingabearten: neben Text auch Bilder, Videos und sogar offene Chrome-Tabs.
Parallel dazu wird der KI-Modus weltweit auf ein neues Standardmodell umgestellt: Gemini 3.5 Flash. Laut Google erfolgt das ohne Aufpreis.
Neu sind außerdem Informationsagenten. Dabei handelt es sich um KI-Agenten, die im Hintergrund dauerhaft das Netz durchsuchen – etwa Blogs, Nachrichtenportale, Social Media sowie Echtzeitdaten aus Bereichen wie Finanzen, Shopping oder Sport. Nutzer sollen proaktiv benachrichtigt werden, wenn sich für sie relevante Dinge ändern.
Als Beispiele nennt Google unter anderem:
– Wohnungssuche mit festen Kriterien, die der Agent laufend überwacht
– Benachrichtigungen zu neuen Produkten oder Entwicklungen rund um bestimmte Personen oder Themen
Der Start ist für den Sommer geplant – zunächst für Abonnenten von Google AI Pro und Ultra.
Agentisches Programmieren direkt in der Suche
Eine weitere Neuerung: Programmier- und Erstellfunktionen halten direkt in der Suche Einzug. Möglich werden soll das durch eine Kombination aus Google Antigravity und den Coding-Fähigkeiten von Gemini 3.5 Flash.
Damit können Nutzer unter anderem interaktive Grafiken, Simulationen oder individuelle Dashboards generieren lassen. Als Beispiel nennt Google eine Art Fitness-Tracker, der Bewertungen, Live-Karten und lokale Wetterdaten zusammenführt.
Diese „Mini-Apps“ sollen im Sommer kostenlos für alle Nutzer der Google Suche erscheinen. Umfangreichere Anpassungen über Antigravity sollen in den kommenden Monaten folgen – zunächst für Pro- und Ultra-Abonnenten in den USA.
„Personal Intelligence“: mehr Kontext durch private Daten (nicht überall)
Unter dem Stichwort „Personal Intelligence“ will Google Suchantworten stärker personalisieren – etwa indem Nutzer Gmail oder Google Fotos verbinden. So sollen Antworten stärker den persönlichen Kontext berücksichtigen.
Die Funktion soll in rund 200 Ländern und 98 Sprachen ohne Abo verfügbar werden, allerdings ausdrücklich nicht in deutschsprachigen Regionen. Auch hier dürften regulatorische Gründe eine Rolle spielen, auch wenn Google das nicht im Detail ausführt.
Fazit: KI als Standard in Googles Produktwelt
Mit den Ankündigungen auf der I/O 2026 positioniert sich Google klar: KI soll nicht nur ein Zusatzfeature sein, sondern sich als durchgängige Ebene über die gesamte Produktpalette legen – von Videobearbeitung bis Informationssuche.
Ob die Idee, KI-Agenten permanent im Hintergrund laufen zu lassen und dabei auf persönliche Datenquellen wie Gmail oder Fotos zuzugreifen, bei Nutzern auf breite Akzeptanz stößt, bleibt abzuwarten. Gerade in Europa werden mehrere Funktionen vorerst fehlen. Gleichzeitig ist das, was bereits startet oder zeitnah ausgerollt werden soll, bemerkenswert umfangreich – und dürfte in den nächsten Wochen mit dem angekündigten API-Rollout und weiteren Omni-Ausgabeformaten weiter an Dynamik gewinnen.
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